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Wanderwege im Gemeindegebiet Hirschstein I

Ausführliche Wegbeschreibung und Erläuterungen zu markanten Punkten an der Route I

 

wanderroute

 

1 Ausgangspunkt der Wanderstrecke ist das nordwestliche Ende der Kastanienallee. Sie wurde um 1900 angelegt. Hier befindet sich auch eine Wartehalle. Eröffnung des privaten Busverkehrs am 01.10.1955.

 

2 Rings um das Schloss gibt es sehr viele Flurnamen. Links von der Kastanienallee z.B. das Plumpholz, an seinen östlichen Ende den Ziegelteich. (Plumpholz = Plumpe = Wasserpumpe, die Schloss und Rittergut mit Wasser versorgte)

 

3 An der Brücke links das ehemalige Drescherhaus. Das jetzige Gemeindehaus war früher ein einstöckiger niedriger Lehmbau und hier wohnten die Drescherfamilien die auf dem Rittergut arbeiteten.

 

4 Links die als Wohnungen umgebauten ehemaligen Kutschenhallen des Rittergutes. Noch Anfang der 30er Jahre befand sich hier eine Kiesgrube. Hier bedeutende Funde, so der Schädel eines Moschusochsen (100 000 Jahre) sowie eine Feuersteinklinge (100 000 Jahre) als erster altsteinzeitlicher Fund im nordsächsischen Elbegebiet.

 

5 Rechts Blick ins Elbtal. Links Schloss Hirschstein und ein Stück elbaufwärts Schloss Seußlitz. Erste nachweisliche Erwähnung von Schloss Hirschstein 1205 und von Seußlitz 1321 als Ortsname, auch 1205 wird ein Herrensitz genannt.

 

6 Am Ende der Kastanienallee erstreckt sich nördlich vom Schloss der ehemalige Rittergutshof. Der Wandel von der einst militärischen Aufgabe des Schlosses mit nur geringer Landwirtschaft zur agrarischen Herrschaft vollzog sich beginnend Mitte des 15. Jhd.

 

7 Südlich und südwestlich des Parkes befinden sich das Sportlerheim (1973) und der Sportplatz (1965). Der Park wurde Ende des vorigen Jahrhunderts parkähnlich umgestaltet.

 

8 Der Park breitete sich vor 1945 auch links dieses Weges bis an die Straße Riesa-Meißen aus. Als Bodenreformland nach dem Krieg abgeholzt.

 

9 Die "Alte Buche", einzige noch erhaltene vom ehemals großen Bestand in den "Heiligen Hallen".

 

10 Der slawische Ringwall - Wahrscheinlich schon im 5.-6. Jhd. von den Sorben angelegt. Im Ring um ihre Hauptsitze angelegten Burgwälle waren Mittelpunkte kleiner Landschaften. Hauptpunkte entlang der Elbe waren auch Zehren, Löbsal und der Heinrichsberg über Seußlitz. Hier wahrscheinlich auch Orte der Boritzer Burgwarte. Ringwall stand eng im Zusammenhang als Schutz der unweit gelegenen Furt bei Merschwitz. Der Burgwall ist geschütztes Bodendenkmal.

 

11 Das Alte Schloss" schließt sich örtlich an den Ringwall an. Der Felsen wurde sicher auch eng im Zusammenhang mit dem Ringwall genutzt. Am Anfang des 19. Jh. wurde hier eine künstliche Ruine angelegt, deren Teile aber nicht mehr sichtbar sind.

 

12 Hermann-Ludwig-Weg. Sohn der letzten bürgerlichen Besitzer Max Hermann und Luise Crusius war Atlas Leberecht Max Hermann Ludwig Crusius 1903-1922. Von hier aus früher sehr guter Blick in das Elbtal und zum Schloss Hirschstein.

 

13 Rechts des Weges die Annemarienanlage (Tochter des Crusiuse) und links vor dem Abgrund des Steinbruches der Max-Hermann-Blick. Das im Steinbruch gebrochene Portyr wurde in der Hafenlache auf Lastkrähne verladen. Die Hafenlache entstand durch Anlandung des Hegers, einer ehemals 1,5 km langen Elbinsel in den Jahren 1860-63 um die Schifffahrt zu verbessern.

 

14 In der Nähe der Hafenlache befindet sich die ehemalige Försterei des Rittergutes. Hier wird schon 1291 ein Fasanjäger genannt. Das einstige herrschaftliche Jägerhaus befand sich in der Nähe der sogenannten "Kurwiese".

 

15 Grabstätte der Familie Crusius. Mit dem 1922 verstorbenen Sohn endet das Geschlecht der Crusiuse.

 

16 Die Elbe stromabwärts am rechten Ufer Merschwitz und links Boritz. Hier wurden schon zu Urzeiten eine Furt in der Elbe genutzt. Der wichtige Elbübergang hatte verschiedene Namen:


- Salz- oder Hohe Straße
- große Herrstraße
- uralte schlesische Land- und Herrstraße
- 1315 wird eine Fähre als königliche Fähre genannt.

 

17 Elbe - Elbeschifffahrt - Schiffsmühlen
Die Gegend um Hirschstein war nicht zuletzt wegen der Elbe immer eine bewegende. Während der 2. Eiszeit (Saaleeiszeit) schnitt sich die Elbe in das heutige Tal ein (vor etwa 100 000 Jahren). Schon im Jahre 1004 ließ Kaiser Heinrich II. hier Schiffsbriicken bauen. Im 10. Jh. Handel auf der Elbe mit Obst aus Böhmen, Steinen aus dem Elbsandsteingebirge. Mitte des 16. Jh. war die Flößerei anzutreffen und Mitte des 18. Jh. Segelschiffverkehr. 1730 ließ August der Starke aus Anlass des Zeithainer Lustlagers hier 3 Brücken über die Elbe bauen. 1866 mit Einmarsch der Preußen im Preußisch-Östereichischem Krieg ging die Elbschifffahrt stark zurück. Bis etwa 1869 waren die Bomätscher (Schiffzieher, Treidler) in Merschwitz. Hier war eine Wechselstation. 1869 Einführung der Kettenschifffahrt und 1873 der Dampfschifffahrt. Schiffsmühlen gab es um Hirschstein 4 Stück. Eine bei Niedermuschütz, die Klingermühle bei Niederlommatzsch, die Quitzschmühle in Nähe des Hegers, die Boritzer Mühle (ehemals Dampfsägewerk Schulze) und die Rosenmühle bei Merschwitz (auch mit Dampfmaschinenantrieb-Sägewerk).

 

18 Unterhalb des Schlosses Hirschstein gab es mindestens seit 1760 eine Überfähre. 1788 wurde die Fährgerechtigkeit an allen Flüssen durch die Kurfürsten oder die Gerichtsherrschaft genehmigt. Die Hirschsteiner Familie Vogel hat lange Zeit die Fähre mit dem dazugehörigen Schenkhaus betrieben. Im Winter wurde Böttcherei für die Rittergutsbrauerei betrieben. Durch vermehrte Personendampfschifffahrt kam imJahre 1897 das Ende für die Fähre. Später wurde an der Stelle der Fähre eine Dampfschiffanlegestelle betrieben (bis 1945).

 

19 Unweit des ehemaligen Fährhauses sind an einem Haus Hochwassermarken von 1862 und 1890 zu sehen. Vom Gasthof führen zwei Wege nach oben: links die Elb- oder Kirchgasse und rechts der Lauben- oder Buchengang.

 

20 Der Rittergutshof hatte bis 1945 eine geschlossene Bauform. Die Steine der abgerissenen Gebäude wurden zum Aufbau von Neubauerngehöften in Böhla genutzt. Zum ehemaligen Rittergut gehörten ein Vorwerk, eine Schäferei, eine Brauerei mit Gasthof, eine Brennerei, eine Försterei sowie eine Ziegelei.

 

21 Schloss Hirschstein hatte in seiner langen Geschichte viele erst ritterliche, in späteren Jahrhunderten adelige Besitzer. 1892 wechselte es in bürgerlichen Besitz. Hier eine Auswahl:


- um 1205 Wicnand von Herstein miles (Ritter)
- um 1283 Johann von Herstein miles
- um 1367 Herzog Bolko von Schweidnitz
- um 1497 Ritter Johann von Hangwitz
- um 1612 Hartmann Pistorius
- um 1628 Christopf von Felgenhauer
- um 1721 Johann Adolf Graf von Loß. Die Loß besaßen Hirschstein bis 1892.

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